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Veranstaltungsbericht: "Let's Talk Jobs" - Ein Gespräch mit Julia Nestlen, Volontärin beim SWR

Am 23.01.2019 fand die zweite Ausgabe von „Let’s Talk Jobs“ statt. Zu Gast war Julia Nestlen, die nach ihrem Masterabschluss der Medienkulturforschung gerade ein anderthalbjähriges journa­lis­ti­sches Volontariat beim SWR absolviert. Das Gespräch, das dabei mit Julia entstanden ist, war sehr lehr­­reich, gerade wenn es darum ging, worauf der Fokus während des MKW-Studiums gelegt werden sollte.

Besonders interessant für die anwesenden Studierenden waren nämlich die praktischen Erfahrungen, die Julia neben dem Studium gesammelt hat. Unter anderem waren dies Praktika bei Arte und der Digital­agentur ukw-Freiburg, eine Hospitanz bei ihrem späteren Arbeitgeber, dem SWR, und die Stelle als Tutorin bei uniFM. All diese Tätigkeiten beschrieb Julia als wichtig und hilfreich. Für Studie­ren­de im Bereich der Geisteswissenschaften sei es nämlich essentiell, noch während des Studiums mög­lichst viele verschiedene Erfahrungen zu sammeln, um so herauszufinden, wo die eige­nen Stär­ken und Interessen liegen. Dies gelte insbesondere dann, wenn keine Karriere in der Wissen­schaft ange­­strebt wird. Gleichzeitig konnte Julia aber auch Studierende in niedrigeren Semestern beruhi­gen, die sich von dieser Vielzahl an Praktika etwas erschlagen fühlten. Denn viele der genann­ten Statio­nen hat sie erst in einer späteren Phase ihres Studiums und vor allem während des Masters gemacht.

Dies war auch einer der Gründe, warum Julia sich nach ihrem MKW-Bachelorabschluss dazu ent­schied, das MKF-Studium in Freiburg anzuschließen: Die Möglichkeit, bei all den Vorteilen, die der Satus als Studierende mit sich bringt, weitere berufliche Erfahrungen in einem Umfeld, in dem sie sich wohlfühlte, zu sammeln. Denn auch Julia war sich lange nicht sicher, wie es für sie nach dem Stu­di­um weitergehen sollte.

So hat sie sich für die Bewerbung beim SWR Anfang 2018 eher spontan entschieden. Aus circa drei­hundert Bewerberinnen und Bewerbern wurde Julia schließlich ausgewählt und bekam nach einem drei­tägigen Assessment-Center im Juli 2018 einen der begehrten Plätze im Volontariat. Ihre medien­praktischen Erfahrungen bei uniFM und beim SWR selbst kamen ihr dabei mit Sicherheit zugute. Letztendlich, so Julia, seien es aber vor allem Qualitäten wie Diplomatie, Engagement und die Fähigkeit zur Haltung, die in ihrem Arbeitsalltag entscheidend seien.

Das Volontariat selbst begann dann im vergangenen Oktober und ist sehr klar strukturiert - innerhalb von 18 Monaten sollen den Volontärinnen und Volontären in verschiedenen Workshops, Pflicht- und Wahl­stationen, alle Facetten der multimedialen journalistischen Arbeit nähergebracht werden. Ein Neben­effekt hiervon sind die vielen Umzüge, die diese Zeit charakterisieren - etwa alle vier bis acht Wochen geht es an einen anderen Standort des SWR.

Für Julia ist das aber kein großes Problem, sie fühlt sich mit ihrer Position beim SWR sehr wohl. Zudem hat sie ihre gegenwärtige Pflichtstation nicht einmal ein Jahr nach dem Abschluss wieder nach Freiburg zurückgeführt. Und uns so die Möglichkeit gegeben, mit Julia über ihre Arbeit zu sprechen.

Auch wenn bei dem Gespräch eher Praktika und Nebenjobs im Mittelpunkt standen, hat Julia natürlich auch aus ihrem Studium selbst einiges mitnehmen können. Wie sie in ihrem Beruf von MKW profitiert, und welche generellen Tipps sie euch noch mit auf den Weg geben kann, könnt ihr jetzt noch einmal nachlesen. Denn wie immer haben wir auch Julia im Vorfeld des Gesprächs noch ein paar Fragen gestellt:

 

1. Könntest du deinen aktuellen Job kurz beschreiben?

Ich bin journalistische Volontärin beim SWR. Es ist eine multimediale Ausbildung (Radio, TV, Online), die mich in die verschiedensten Redaktionen und Studios des SWR in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz führt (Hauptstandorte sind Stuttgart, Mainz und Baden-Baden) - dazwischen haben wir Workshops. Das bedeutet aber auch viel Umziehen, alle 4 bis 8 Wochen geht's an einen neuen Stand­ort.

2. Wie bist du zu diesem gekommen?

Nach meinem Master habe ich direkt das Volontariat angeschlossen. Während des Studiums habe ich einige Praktika gemacht (z.B. Zeitung, SWR2, Werbeagentur, Festivalblog, arte), war freie Mitarbeite­rin beim SWR, Werksstudentin in einer Werbeagentur, lange bei uniCROSS und war auch selbst­ständig als Kamerafrau und Videoproduzentin unterwegs.

3. Was waren deine Berufsziele, als du angefangen hast MKW zu studieren? Wie haben diese sich im Laufe deines Studiums verändert?

Ich war lange eher planlos, habe auch mal an KulturreferentInnen-Stellen gedacht, überlegt, an der Uni zu bleiben, oder in Richtung Pressearbeit zu gehen. Mit meiner Arbeit beim Uniradio habe ich gemerkt, dass mir das Spaß macht. Aber dass ich zum SWR will, habe ich erst gegen Ende meines Masters entschieden.

4. Inwiefern profitierst du in deinem Arbeitsalltag davon, etwas wie MKW studiert zu haben? Kannst du das dort Gelernte in deinem Arbeitsumfeld praktisch anwenden?

Die Themenfelder Medienethik und Medienrecht brauche ich fast jeden Tag, da habe ich auch einiges aus dem Studium mitgenommen. Ansonsten haben die Medienpraktischen Kurse sicherlich eine Basis gebildet, auf die ich dann außerhalb des Studiums aufbauen konnte. Medienanalytische Fähigkeiten und Wissen um beispielsweise die Wirkung von Einstellungsgrößen usw. sind auch hilfreich. Strukturiertes Arbeiten, genaues Arbeiten, belegen und Hinterfragen, das man im Journa­lis­mus braucht, habe ich auch in meinem geisteswissenschaftlichen Studium gelernt.

5. Warum ist genau dein Beruf das richtige für MKW-AbsolventInnen?

Das ist individuell, von persönlichen Fähigkeiten und Interessen abhängig denke ich. Die Studien­inhalte legen natürlich eine berufliche Orientierung in Richtung "Medien" nahe.

6. Was kannst du Studierenden, die sich bei der Wahl ihres zukünftigen Berufes noch sehr unsicher sind, ganz allgemein mit auf dem Weg geben?

Macht Praktika (lasst euch nicht ausbeuten mit unbezahlten), nehmt Hiwi-Stellen an, wenn euch der Bereich Journalismus oder medienpraktisches Arbeiten interessiert, geht zu uniCROSS, einfach machen und ausprobieren, auch beim SWR als Hospitantin oder so 😉

Weitere Infos zum Volontariat beim SWR gibt es hier.