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MKW goes... Bologna! Festivalbericht 2018

Festival – Il Cinema Ritrovato

23. Juni - 1. Juli 2018

 

Es ist Ende Juni und die Wetter App zeigt bereits über 30 Grad. Wir befinden uns in Bologna, dem zwischen Padua und Florenz gelegenen kulinarischen Herzen Italiens. Die volksmündisch auch als ‚la grassa‘ - die Fette - und ‚la dotta‘ - die Gelehrte -  bekannte Universitätsstadt ist nicht nur Geburtsstätte weltweit geschätzter kulinarischer Spezialitäten wie der Lasagne, den Tortellini und der Mortadella, sondern auch jährlich Veranstaltungsort eines der bedeutendsten Festspiele restaurierter Filme, dem Il Cinema Ritrovato.

Wer sich wie ich im Studium der Medienkulturwissenschaften bei Zeiten mehr medienpraktische Bezüge wünscht, kann hier im Rahmen des von Prof. Robin Curtis angebotenen Seminars, acht Tage lang und von der Universität finanziell gefördert, Filme aus den letzten beiden Jahrhunderten bestaunen. Dabei bieten die Festspiele neben Vorträgen von Berühmtheiten wie Sir Christopher Frayling oder Martin Scorsese die seltene Gelegenheit, Projektionen fragiler Originalfilmstreifen anzuschauen, welche sonst zum Schutze vor weiterem Verfall in dunklen Filmarchiven lagern. Im Programm des Festivals stehen Werke aus ganz unterschiedlichen Genre und Regionen der Erde. Die Wahl für eine der teils neun gleichzeitig stattfindenden Filmvorstellungen fällt dabei oftmals gar nicht so leicht. Wenn man sich aber dann zur Entscheidung durchringt ist man schnell von dem Unterhaltungswert vieler der gezeigten Werke überrascht. Tatsächlich, und das wird hier greifbar, lassen sich viele Inhalte, sowie Erzähl- & Montagetechniken heutiger Filme auf die Gestaltung ihrer Vorgänger zurückführen.

Wem es mit dem Filme schauen einmal zu viel werden oder zwischen zwei Vorstellungen etwas Zeit haben sollte, ist eine Städteerkundung im Schatten der für Bologna typischen Arkaden sehr zu empfehlen. Mein Geheimtipp: Der Aufstieg durch den längsten Arkadengang der Welt zur Wallfahrtskirche der Madonna von San Luca, am besten am späteren Nachmittag wenn es nicht mehr so heiß ist und die Bogengänge im Licht der untergehenden Sonne zum imaginativen Filmset werden. 

 

Wort & Fotografie - Lennart Fritze ©️ 2018

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